Memmingen
Kraft der Erneuerung

»Mit uns nicht«

Am Vorabend des 1. Mais hat die Memminger SPD ihre traditionelle Maifeier abgehalten. Neben der Ehrung langjähriger Mitglieder gab es auch eine klare Ansage. Man sprach sich entschieden gegen die Politik der AfD aus. „Mit uns nicht“, so der Hauptredner des Abends, der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster.
Martin Gerster fand klare Worte bei der Maifeier in Memmingen.

Zuallererst gab es viel Lob für Memmingen von Gerster. „Sensationell wie du Memmingen geprägt hast“, sprach er Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger direkt an. Auch mache er sich um dessen Nachfolge keine Sorgen. Er habe vor der Maifeier den SPD-Kandidaten für die OB-Wahl im Oktober kennengelernt. „Den kann man wählen“, so Gersters Fazit. In seiner Rede kam der Bundestagsabgeordnete dann schnell auf die aktuelle Politik. Man habe als SPD schon einige Erfolge erzielen können. „Vom Mindestlohn profitieren mittlerweile rund vier Millionen Beschäftige“, so Gerster. Der Bürger dürfe sich allerdings nicht falschen Illusionen hingeben. Ohne SPD-Regierungsbeteiligung würden die Konservativen schnell die Hand an den Mindestlohn legen. Gerster sprach sich auch gegen ein höheres Rentenalter aus. Der Idee von Bundesfinanzminister Schäuble man müsse bis 70 arbeiten erteilte er eine klare Absage. „Wir wollen einen Ausbau der betrieblichen Rente“. Bayerns Ministerpräsident Seehofer müsse endlich die Blockade gegen die Mindestrente aufgeben.
Einen großen Teil seiner Rede widmete Martin Gerster der AfD. „Diese Partei ist nicht wählbar“. Die AfD sei nicht die Partei des kleinen Mannes. „Wer das Programm der AfD liest, erkennt schnell, dass es sich dabei um das Gegenteil handele“, so Gerster. Die AfD lehne den Mindestlohn ab und wolle die Erbschafts- und Gewerbesteuer abschaffen. „Wir müssen da klare Kante zeigen und die AfD entlarven“.
Vor Gerster hatte in einem Grußwort der Fraktionsvorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Dr. Hans-Martin Steiger, das Wort ergriffen. Er beschwor die Memminger Genossinnen und Genossen. „Unsere Partei ist mitnichten ein Auslaufmodell“, so Steiger. Aktuell bräuchte es eine Partei, die über 150 Jahre Erfahrung hat im Kampf gegen Diktatur und ungerechte soziale Verhältnisse. Im Blick auf die Lokalpolitik verwies Steiger auf die anstehenden Entscheidungen: Stärkung der Innenstadt durch die Entwicklung des Bahnhofareals, die Ansiedlung von Ikea, Bau von bezahlbaren Wohnungen und die Ausdehnung der Maßnahmen der sozialen Stadt in den Osten.
Auch OB-Kandidat Markus Kennerknecht nutzte die Gelegenheit um zu den Anwesenden zu sprechen: „Am 1. Mai geht es auch um Solidarität. Solidarität ist für mich ein Gegenprogramm zu Ungleichheit“, so Kennerknecht. In schwierigen Zeiten müsse man Stärke und Rückgrat beweisen.

Artikel veröffentlicht am: 3. Mai 2016