Memmingen
Kraft der Erneuerung

„Begegnung“

Das diesjährige Drei-Königs-Treffen des SPD-Ortsvereins Memmingen, im Kaminwerk, stand unter dem Motto “Begegnung”. Dabei sorgte der international besetzte Chor der Musikschule, unter der Leitung von Otfried Richter, für die musikalische Umrahmung. Neben Infos aus der Stadtratsfraktion beleuchtete die Memminger SPD die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Memmingen. Dazu kamen Helfer und Betroffene zu Wort.
Der neue internationale Chor der Musikschule hatte im Kaminwerk beim Drei-Königs-Treff der SPD seinen ersten Auftritt.

„Auch die drei Könige aus dem Morgenland haben sich aufgemacht und sind losgezogen“, eröffnete Petra Beer das Dreikönigstreffen des SPD-Ortsvereines im Kaminwerk, das unter dem Motto „Begegnungen“ stand. „Willkommen“, „Welcome“, in sechs Sprachen begrüßte die stellvertretende Memminger SPD-Vorsitzende die zahlreich erschienenen Gäste und Parteimitglieder. „Memmingen hat sich auf den Weg gemacht und mit großem, ehrenamtlichen Engagement viel umgesetzt“, bedankte sich Petra Beer bei den ehrenamtlichen Helfern sowie den Dienststellen der Stadt Memmingen für Ihren unermüdlichen Einsatz in der Flüchtlingsbetreuung. Als beschämend bezeichnete Beer die Aussage Horst Seehofers und führt weiter aus, „die Thematik muss in der Kommune gelöst werden. Dort kommen die Flüchtlinge an, dort muss man ansetzen, dort muss geholfen werden.“

„Asyl, Flucht, die Umstände der Flucht, Integration, diese Themen stellen eine große Herausforderung für unsere Stadt dar“, so Bürgermeister Werner Häring. „Die SPD steht für eine stabile Politik und ist auch weiterhin gefordert, stabil und stark zu bleiben.“ Eine starke Wirtschafts- und Finanzkraft, so Häring weiter, ist auch 2015 gelungen, neue Investitionen ohne Neuverschuldung umzusetzen. Federführend stehe dafür die Stadtratsfraktion der SPD, die stetes das Gesamtwohl im Blick hat und aktiv in vorderster Front dafür Einsatz zeigt. Häring verweist auf die Neugestaltung der Fußgängerzone, den Bau des Parkhauses am Bahnhof, die Ansiedlung von IKEA, Elektrifizierung der Bundesbahn, Projekt Sozial Stadt im Osten, Schulsanierung, ÖPNV sowie auf die Weiterentwicklung des Hochschulstandorts Memmingen. „Es kommt im Wahljahr 2016 viel Arbeit auf uns zu, Memmingen hat Zukunftspotential“, so Häring, „man muss rechtzeitig für die Zukunft die Weichen stellen und mit engagiertem Einsatz nach vorn gehen.“ Einen respektvollen Umgang und Wertschätzung für alle Menschen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe, Nationalität und Alters, wünscht sich Bürgermeister Häring als Leitfaden für 2016.

Premiere feierte im Anschluss der erste Internationale Chor der städtischen Sind- und Musikschule, unter der Leitung von Otfried Richter. Die Sängerinnen stammen aus Russland, Iran, Paraguay, Rumänien und Vietnam. Es wurden Lieder in den jeweiligen Landesprachen vorgetragen, u.a. „Die traurige Orientalin“, in pakistansicher Sprache, von Sehnsucht handelte das indianische Gesangsstück, vorgetragen von Josefina aus Paraguay, die begeistert von ihrer neuen Aufgabe als Schauspielerin im neuen Kluftinger Film erzählte.

Begeisterten Applaus gab es für das gemeinsam vorgetragene Friedenslied, den Kanon „Dona Nobis Pacem“.

Stadtrat Matthias eröffnete den Interviewblock zur aktuellen Flüchtlingssituation in Memmingen mit SPD-Fraktionsvorsitzendem Hans Martin Steiger. Als Zeichen gelungener Integration ging Steigers Dank an Otfried Richter zur Gründung des Internationalen Chores. Steiger betonte die Flüchtlingspolitik gehöre zu den zentralen Themen und lobte den frühzeitigen Einsatz der Stadt Memmingen beim Bau der Gemeinschaftsunterkunft in der Kühlhausgasse. 560 Flüchtlinge sind aktuell in Memmingen untergebracht, wovon 360 dezentral in Häusern und Wohnungen und 140 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften leben. Zukünftige Aufgabe der Kommune ist, so Steiger, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum als notwendige Voraussetzung, um einer Konkurrenzsituation der Bewerber auf dem sozialen Wohnungsmarkt entgegen zu wirken. „Was wünscht sich Hans Martin Steiger persönlich?“, so die abschließende Frage von Matthias Ressler. „Begegnungen, die aus einer großen Zahl auch das Gesicht erkennen lässt und eine gelungen Integration durch persönliche Kontakte fördert.“

Ressler bittet nun zwei weitere Interviewpartner zum Gespräch, die sich sowohl beruflich als auch privat für Asylbewerber engagieren. Barbara von Rom, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Kolping Akademie in Memmingen und Günther Borscheid, ehemals Kampfjet- und Boing-Pilot. Borscheid unterrichtet Deutsch in Memmingerberg und Boos. In München wurde er von der SPD für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Barbara von Rom berichtet von den Asylprojekten der Kolping Akademie, Die Migrationsmaßnahmen umfassen Deutschkurse, das Projekt „Via Spera“ (Straße der Hoffnung), sowie 3 Wohngruppen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in einer Rundumbetreuung von Sozialpädagogen begleitet werden.

Als Beispiel gelebter und umgesetzter Integration stellt Angelika Spitz abschließend eine syrische Familie (Eltern, drei Söhne und zwei Neffen) vor, die im Haus des SPD-Ortsvorsitzenden Rolf Spitz eine neue Heimat gefunden haben. „Es ist eine tiefe Freundschaft entstanden“, so Angelika Spitz. „Begegnungen sind entscheidend. Begegnungen helfen, aus Fremden Freunde zu machen.“

Petra Beer dankt den Gästen und lobt das ehrenamtliche Engagement seitens der Bürgerinnen und Bürger sowie der Organisationen, wie z.B. dem Arbeitskreis Asyl für Ihren selbstlosen Einsatz. „Mit diesem Weg ist ein gelungener Anfang gemacht, den es fortzuführen gilt.“

Mit dem Wunsch auf weitere Begegnungen und eine gelungene Integration beschließt die stellvertretende Vorsitzende ein informatives und lebendiges Dreikönigstreffen im Kaminwerk, das gezeigt hat, die SPD ist nah am Leben, mittendrin, bei den Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Freundschaft.

Artikel veröffentlicht am: 9. Januar 2016