Memmingen
Kraft der Erneuerung

Bildungschancen für Memmingen und das Unterallgäu

Bei seinem jüngsten Parteitag hat der SPD-Unterbezirk Memmingen-Unterallgäu eine Resolution mit dem Titel „Bildungschancen für das Unterallgäu“ beschlossen. Zuvor hatte der Landtagsabgeordnete Martin Güll ausführlich über die Pläne der bayerischen SPD für das Schulsystem referiert. Dabei forderte der Unterbezirk zum wiederholten Male eine Hochschuleinrichtung für Memmingen.
Beim Unterbezirksparteitag von links: Sylvana Beinemann, Willi Seitz, Anne Kraus, Martin Güll, Matthias Ressler, Petra Beer und Thomas Riederle. Foto: Privat

„Bildung ist ein Thema, dass mit Ängsten verbunden ist. Deshalb muss man über Bildung sprechen“, so die Unterbezirksvorsitzende Anne Kraus bei ihrer Begrüßung. Und das taten die anwesenden SPD-Mitglieder ausführlich. Ganz besonders freute es den Unterbezirk, dass auch einige Schulleiter und Pädagogen gekommen waren, um sich über die SPD-Pläne zu informieren. Willi Seitz vom Memminger Ortsverein zeigte in eine Präsentation die aktuelle Schulsituation im Unterallgäu auf. So seien viele Grund- und Mittelschul-Standorte wie zum Beispiel Legau, Markt Rettenbach, Markt Wald, Kettershausen und weitere gefährdet.

Martin Güll, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion griff diese Informationen auf, um in seinem Referat über Lösungsmöglichkeiten zu sprechen. „Ideologische Kämpfe sind Makulatur – jetzt heißt es mit der Realität zu kämpfen“, so Güll. Die SPD wolle mit ihrer Forderung nach der Gemeinschaftsschule keinesfalls die Realschulen und Gymnasien abschaffen. Man muss aber Wege finden um ein passendes Angebot für jeden Schüler zu schaffen. Verlören Schulstandorte im ländlichen Gebiet Schulen, mache das ganze Dörfer um ein Vielfaches ärmer. „Jeder Schüler der verloren geht, jede Familie unter Druck und jeder Lehrer mit Burn-Out ist einer zuviel“, so Güll weiter. Man könne aus vielen anderen Bundesländern sehen, dass es anders geht, denn eines sage die Pisa-Studie deutlich: Bayern ist Schlusslicht in Sachen Bildungsgerechtigkeit. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass in Sachen Gemeinschaftsschule noch viel Erklärungsbedarf besteht. Diese müsse die SPD leisten.

Einstimmig wurde am Ende des Parteitags die Resolution „Bildungschancen für das Unterallgäu“ verabschiedet:

„Der Landkreis Unterallgäu und die kreisfreie Stadt Memmingen benötigen als unverzichtbare Bestandteile ihrer Infrastruktur ein umfassendes, differenziertes und wohnortnahes Bildungsangebot um auch weiterhin für junge Familien mit Kindern, darüber hinaus aber auch für alle Generationen ein attraktiver Wohn- und Lebensraum zu bleiben. Die SPD-Unterallgäu fordert daher alle Verantwortlichen in der regionalen Kommunalpolitik auf, sich im Zusammenwirken mit überörtlichen Entscheidern für ein wohnortnahes, durchlässiges, inklusives und gemeinsames Schulsystem für das Unterallgäu und darüber hinaus ganz Bayern einzusetzen. Dazu gehört, wo es in den einzelnen Gemeinden gewünscht und sinnvoll ist, auch die Gemeinschaftsschule. Wir fordern, dass die Schule im Dorf bleibt. Darüber hinaus fordert die SPD-Unterallgäu, den Standort Memmingen in seiner Oberzentrums-Funktion durch die Einrichtung einer staatlichen Hochschule zu stärken und angemessen im Kontext der bayerischen Hochschulen zu berücksichtigen. Diese Hochschule könnte als Modellprojekt des Freistaates Bayern auch eine Berufsakademie in Anlehnung an die entsprechenden Einrichtungen in Baden-Württemberg sein, was u. a. der Nähe zur Landesgrenze gerecht würde.“

Artikel veröffentlicht am: 8. Dezember 2012