Memmingen
Kraft der Erneuerung

Infos aus dem Bezirk

Auf dem jüngsten Stammtisch des SPD-Ortvereins Memmingerberg-Trunkelsberg informierte Bezirksrätin Petra Beer über die Arbeit des Bezirks im Unterallgäu. Als Schwerpunkte der neuen Förderungen des Bezirks im Landkreis im laufenden Haushaltsjahr stellte Beer die Sanierung der Synagoge in Fellheim, das Kunerth-Museum in Ottobeuren sowie das Schützenkompetenzzentrum im Schwäbischen Bauenrhofmuseum Illerbeuren – die größte Leader-Plus-Förderung in Bayern – heraus.
Bezirksrätin Petra Beer beim Ortsverein Memmingerberg.

Der Bezirk ist ein Mitglied des Zweckverbandes Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren. Sie lobte dabei ausdrücklich die jahrelange gute Arbeit von Museumsleiter Otto Kettemann. Illerbeuren erhalte mit dem Schützenkompetenzzentrum ein Alleinstellungsmerkmal. Im Rahmen der Denkmalpflege wurden vom Bezirk auch die Sanierungen der Kinderlehrkirche und von Unser Frauen in Memmingen gefördert.

Der Kulturetat sei aber gemessen am Gesamthaushalt einer der kleinsten Posten: Über 500 Millionen Euro fließen in den Sozialhaushalt. Auch hier hat der Landkreis mit dem ehemaligen Kloster Lohhof nahe Mindelheim eine Spezialeinrichtung für mehrfach chronisch suchtkranke Menschen. Beer kritisierte, daß der Träger „Kompaß-Drogenhilfe“ die Leistungen durch den Bezirk erst einklagen mußte. Tagesstätten für Menschen mit psychischen Erkrankungen sind nun in Schwaben   flächendeckend eingerichtet, die neueröffnete Einrichtung in Mindelheim stelle eine Entlastung für die Memminger Einrichtung dar. Damit hat der Bezirk ein weiteres niederschwelliges Versorgungsangebot geschaffen.

Auch die Suchtberatungsstellen sind ausgebaut worden und personell verstärkt worden, unteranderem die Mindelheimer Stelle. Sie betonte, dass inzwischen auch Spielsucht und Internetsucht wichtige Tätigkeitsschwerpunkte der Beratungsstellen sind.

In der Bildungspolitik kritisierte Beer, daß der Freistaat zwar die sehr richtige inklusive Schule beschlossen habe, die Finanzierung bislang aber den Kommunen und Bezirken aufhalse. In diesem Zusammenhang zitierte Beer die blinde Biathletin Verena Bentele, die vor kurzem äußerte, daß man Inklusion nicht verordnen könne, sondern leben müsse.

Die energetische Sanierung der Jugendbildungs- und Begegnungsstätte in Babenhausen wurde aus dem Konjunkturpaket finanziert, jedoch kam diese teurer als geplant, was der Bezirk ausgleichen musste.

Die Sorge des Bezirks gehört aber auch der älteren Generation. Die Zahl der Menschen die Hilfe zur Pflege in Anspruch nehmen müssen steigt jährlich.  Beer beklagte in diesem Zusammenhang, dass Altenpflegeschülerinnen und –schüler für ihre Ausbildung dazubezahlen müssen.

Artikel veröffentlicht am: 12. März 2012