Memmingen
Kraft der Erneuerung

Neuer Blick auf Memmingen

Die SPD/FDP Stadtratsfraktion hat auf Einladung des Vereins „Freunde der MEWO Kunsthalle“ gemeinsam das Memminger Kunstmuseum besucht. Dabei stand neben der aktuellen Ausstellung „Julius Guggenheimer: Fotograf“ auch Aktuelles rund um die Kunsthalle auf dem Programm. Zusammen mit den Stadträtinnen und Stadträten kamen auch Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und der OB Kandidat der SPD, Markus Kennerknecht ins Museum an der Bahnhofstraße.
Ein Foto in der Fotoausstellung (von links): Bürgermeister Werner Häring, Stadtrat Edi Güthler, Stadtrat Werner Walcher (FDP), Dr. Axel Lapp, Sabine Brecheisen, Stadtrat Matthias Ressler, Stadträtin Verena Gotzes, OB Kandidat Markus Kennerknecht, Stadtrat und Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Martin Steiger, Stadtrat Rolf Spitz, OB Dr. Ivo Holzinger, Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer und Michael Aicham vom Freunde der MEWO Kunsthalle e.V.

Museumsleiter Dr. Axel Lapp führte die Politikerinnen und Politiker durch die Ausstellung und informierte auch über den Künstler Julius Guggenheimer. Guggenheimer war ein Memminger Kaufmann und Fotograf. Mit seiner Familie lebte er in der Kalchstraße 8, die Firma J.B. Guggenheimer En Gros-Haus für Kurz-, Woll- und Galanteriewaren befand sich in der Kalchstraße 47. Mit den zunehmenden Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung wurde die Familie 1939 ins Exil gezwungen. Den Kindern gelang die Ausreise nach England, Julius und Regina (Nelly) Guggenheimer emigrierten nach Amsterdam. Dort betrieb Guggenheimer ein Fotografisches Atelier bis er und Nelly 1943 nach Westerbork und schließlich nach Sobibòr deportiert wurden, wo sie am Tag ihrer Ankunft ermordet wurden. Die Fotografien Guggenheims verschaffen dem Betrachter zum Teil einen ganz neuen Blick auf Memmingen.

Vor der Führung war die SPD/FDP Stadtratsfraktion vom 1. Vorsitzenden der Freunde der MEWO Kunsthalle, Michael Aicham begrüßt worden. Er hieß alle recht herzlich willkommen und stellte den Verein vor. Teil des Besuchs war auch eine Führung durch das „KinderKunstAtelier“, dass zurzeit von Sabine Brecheisen geführt wird. Ihre Stelle läuft allerdings Ende des Jahres aus, hier gäbe es dringenden Handlungsbedarf, so Museumsleiter Lapp. Die Museumspädagogik sei bei Kindern ein sehr gutes Mittel um diese an Kunst und Kultur heranzuführen. Darauf könne man unter gar keinen Umständen verzichten. Außerdem äußerte Lapp den Wunsch, die leerstehenden gastronomischen Räume für das Museum zu nutzen.

Artikel veröffentlicht am: 13. April 2016