Memmingen
Kraft der Erneuerung

Plausch mit Hannelore

Diese Woche war Hannelore Kraft, ihres Zeichens Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen zu Besuch in Memmingen. Die Politikerin wollte damit ihren Beitrag zum Landtagswahlkampf der SPD leisten, gilt die 51-jährige doch als Hoffnungsträgerin der SPD und wird allzu gerne als Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl 2017 gesehen. Bei der Visite in Memmingen standen neben einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt ein Frauengespräch und ein Besuch am SPD-Infostand in der Fußgängerzone auf dem Programm. Dabei gab es den einen oder anderen netten Plausch mit der überaus sympathischen Hannelore.

Begrüßt wurde Hannelore Kraft auf dem Memminger Marktplatz von einem Schuldenberg. Die Junge Union gab mittels eines aufblasbaren »Geldhaufens« ihren Kommentar zum Schuldenstand in Nordrhein-Westfalen. »Da finden sich sicher auch die CSU-Schulden für die Bayerische Landesbank«, war der knappe Kommentar von Kraft, die die CSU-Nachwuchskräfte links liegen ließ. Beim späteren Pressegespräch fand die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen dann aber deutlichere Worte für die ständigen Vorwürfe, sie mache in ihrem Land zu viele Schulden. »Auch die Klage zum Länderfinanzausgleich ist eine reine Showveranstaltung von Horst Seehofer. Die jetzige Regelung ist doch schon Ergebnis einer Klage. Wir in Nordrhein-Westfalen sind zum Beispiel bei der Mehrwertsteuer Geberland und beim Finanzausgleich haben wir viele Jahre gezahlt«, so Kraft. Von der Stadt selbst wurde Kraft freundlicher begrüßt. Bürgermeisterin Margareta Böckh hieß sie im Rathaussaal willkommen und pries Memmingen als eine Stadt mit vielen Vorzügen. »Es ist uns eine Ehre, Sie bei uns im Rathaus begrüßen zu dürfen«, sagte die Bürgermeisterin und informierte die NRW-Ministerpräsidentin über die aktuelle Situation in Memmingen. Dabei ging sie auf die gute Wirtschaftslage, die Investitionen der Stadt in das Bildungswesen, das reiche kulturelle Angebot, die schöne Altstadt und den derzeitigen Umbau der Fußgängerzone ein. Die Ministerpräsidentin dankte für den herzlichen Empfang im Rathaus und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. In einem anschließenden Pressegespräch machte Kraft deutlich wie wichtige bei den kommenden Wahlen die Stimmen für ihre SPD sind. »Wir haben jetzt vier Jahre Blockade hinter uns. Wir brauchen dringend eine Bewegung nach vorne.« Von Umfragen halte sie nichts, die Wahlen würden wenige Tage vor der Stimmabgabe entschieden. »Ich mache gerne Wahlkampf. Der Kontakt zum Bürger hilft mit auf dem Boden zu bleiben«, so Kraft. Frauengespräch Wichtiger Teil des Kraft-Besuches war ein Frauengespräch im Cafe Rau. Organisiert von der Memminger SPD-Bezirksrätin Petra Beer und von Landtagskandidatin Anne Kraus trafen sich dabei circa 30 Frauen aus Wirtschaft, Kultur und Sozialem zu einem Gedankenaustausch mit Hannelore Kraft. Diese hatte sich so eine Veranstaltung gewünscht. Die diskutierte Palette war außerordentlich breit und bot mit Anliegen von sozialem Wohnungsbau bis Steuerpolitik zum großen Teil keine reinen Frauenthemen. Nach dem Frauengespräch blieb noch Zeit für einen Besuch am Infostand der Memminger SPD. Am Weinmarkt zeigte Hannelore Kraft dann auch ihr Talent beim Umgang mit der Wählerschaft. Freundlich, offen und glaubwürdig präsentierte sie sich den Memmingern, beantwortete Fragen aller Art, ließ sich fotografieren und ging auch noch auf das kleinste Anliegen ein.

Artikel veröffentlicht am: 30. August 2013