Memmingen
Kraft der Erneuerung

SPD Frauen besuchen Donum Vitae

ASF Vorsitzende Verena Gotzes lud die SPD Frauen ein, die staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen, „Donum Vitae“ in Memmingen zu besuchen. Eingeladen war auch der OB-Kandidat von SPD und FDP, Markus Kennerknecht, der sich bei einem vorangegangenen Besuch bereits ausführlich über die Arbeit und Anliegen von Donum Vitae informierte.

Barbara Zettler, Leiterin der Einrichtung, hatte sich kurzfristig Zeit genommen und informierte über die Arbeit sowie die Entwicklung von Donum Vitae während der letzten 15 Jahre. Der Verein bietet Schwangerschaftsberatung und Schwangerschaftskonfliktberatung und kümmert sich um die Betreuung und Begleitung von werdenden und erziehenden Eltern. „Geschenk des Lebens“, die wörtliche Übersetzung von „Donum Vitae“, bestimmt auch das Leitbild des bürgerlich rechtlichen Vereins. Einen typischen Tagesablauf, so Zettler, gebe es nicht, die Aufgaben sind vielfältig. Während der Anfangszeit belegte die Öffentlichkeitsarbeit einen wichtigen Anteil, „wir mussten erst einmal bekannt werden“. In der allgemeinen Schwangerschaftsberatung gehe es unter anderem darum, werdenden Eltern, die durch die neue Situation überfordert sind, zu vermitteln, „wie unser Sozialsystem funktioniert“. Das wichtigste sei die Existenzsicherung (Unterhalt, Miete, Schuldenfalle). Die Leiterin betont, wie wichtig die Zusammenarbeit in den Netzwerken sozialer Einrichtungen, wie z.B. Jobcenter, Erziehungsberatung oder Jugendamt ist. Wir begleiten und beraten bis die Kinder drei Jahre alt sind, daher sind wir mit manchen Familien seit vielen Jahren in regelmäßigem Austausch und Kontakt. Rückblickend lässt sich feststellen, dass sich das „Erleben der Schwangerschaft“ in den letzten Jahren deutlich verändert hat. Die pränatale Diagnostik hat sich rasant entwickelt und die Diagnose, dass das Kind behindert zur Welt kommen wird, stürzt die Frauen oft in große Konflikte. Die Betroffenen brauchen hier vor allem eine Beratung auf persönlicher Ebene. In der Konfliktberatung gibt es keine Tabufragen. Die Hauptsache sei, dass die Frau zu der Entscheidung, die sie trifft, stehen kann. Wir wollen helfen, dass die Frau mit sich selbst ins Reine kommt und keine übereilte Entscheidung trifft. Verena Gotzes, selbst seit 40 Jahren im Rollstuhl, stimmt zu: „Wichtig ist die neutrale Beratung, dass Wege aufgezeigt werden und die Eltern das Wahlrecht haben. In der Inklusion hat sich viel getan und die Förderprogramme haben sich großartig entwickelt“.

Seit einigen Jahren bietet „Donum Vitae“ auch Workshops zur Sexualpädagogik, in den Schulen an. Viele Anfragen kommen aktuell aus den Mittelschulen. In Kooperation mit der Lindenschule war vom 22.06.-08.07.2016, eine Fotoausstellung „Ganz nah – Beziehung, Liebe, Leben“ zu besichtigen, die von den Schülern unter professioneller Anleitung des Fotografen Karl Forster, erstellt wurde.
Verena Gotzes bedankt sich bei Frau Zettler für den umfassenden Rückblick und stellt die Frage nach den Wünschen für die Zukunft. „Wie kann man von kommunaler Ebene aus helfen?“ „Auf kommunaler Ebene“, so die Leiterin, „wünsche ich mir den Mut, besondere Wohnprojekte anzugehen, neue Wohnformen für Familien mit Kindern zu schaffen.“ Dies sei ihr Wunsch für ihre Klienten. Für die Einrichtung, die einen Eigenanteil von 20.000,00 Euro pro Jahr aus Eigenmitteln erwirtschaften muss, wäre ein Freiwilliger Zuschuss seitens der Kommune sehr hilfreich.
Verena Gotzes bedankt sich für das ausführliche und offene Gespräch und betont: „Wir SPD-Frauen setzen uns nach Kräften für die Gesellschaft, für die Memminger Bürgerinnen und Bürger ein, um die gewünschten Ziele zu verfolgen und nachhaltig umzusetzen.“
Abschließend dankte OB-Kandidat, Markus Kennerknecht für die Einladung und nahm gerne die vorgetragenen Wünsche mit. „Durch meine Besuche bei ähnlichen Einrichtungen, setzt sich für mich ein Bild zusammen, das deutlich macht wo es klemmt“. Dabei erfuhr er viele Sorgen, Probleme und Schwierigkeiten der Frauen im Alltag. Besonders der Wiedereinstieg ins Berufsleben wird den Müttern schwer gemacht. Unflexible Arbeitszeiten, zu wenig Kindergärtenplätze und auch Vorurteile von Arbeitgeber/innen erschweren vielen Frauen den Wiedereinstieg.
Als Geschenk überreicht Verena Gotzes, „Anti-Stress-Nerven-Nahrung“, auch genannt Gummibärchen, an Frau Zettler, um für die bereits begonnene Renovierung bei Kräften zu bleiben. „Das ist genau das, was wir brauchen“, freut sich die Leiterin.

Artikel veröffentlicht am: 4. August 2016