Memmingen
Kraft der Erneuerung

Stadtrat Steiger kritisiert Baumholzaktion

Der SPD-Stadtrat und Naturschutzreferent im Memminger Stadtrat, Hans-Martin Steiger hat das Abholzen der Kastanienbäume im ehemaligen Biergarten des Württemberger Hofes hart kritisiert. Dies sei ein "Naturfrefel großen Ausmaßes". In einem Brief an Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger fordert Steiger genehmigungsrechtliche Konsequenzen. Hier der Brief in voller Länge:
Der Biergarten des Württemberger Hofes nach der "Kahlschlagaktion".

“Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

wer die Buxheimer Strasse entlang fährt, traut seinen Augen nicht: Dort, wo bis vor wenigen Tagen ein prächtiger Baumbestand einen wichtigen städtebaulichen und ökologischen Akzent setzte,  ist nun nur noch gähnende Leere zu sehen. Vier stattliche Kastanienbäume im ehemaligen Biergarten des Württemberger Hofes sind der Säge zum Opfer gefallen. Über viele Jahrzehnte haben diese Baumriesen mit ihren mächtigen Kronen Schatten gespendet und Dreck, Lärm und Abgase absorbiert. Zudem waren sie an dieser verkehrlich stark frequentierten Stelle ein bunter Farbtupfer mit hohem ästhetischem Wert. Und nun, nach einem Besitzerwechsel, sind diese Bäume kurzerhand gefällt worden.
Ein Naturfrevel großen Ausmaßes, der empörend ist. Dem Auftraggeber und der ausführenden „Fällfirma“ war es offenbar nur darum gegangen, schnelle, unumkehrbare Fakten zu schaffen, mit der Absicht, einen möglichst großen Profit aus dem Grundstück herauszuholen. Die Belange der Allgemeinheit haben dabei nicht interessiert. Wer ein Grundstück mit einem solchen Baumbestand erwirbt, trägt Verantwortung auch für das Allgemeinwohl! Eingriffe dieser Größenordnung sollten mit der Stadt abgesprochen werden, wie es für viele Bürger eine Selbstverständlichkeit ist.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, dem Besitzer des Grundstücks dürfen durch diese Abholzaktion keinerlei baurechtliche Vorteile erwachsen. Einem Bauvorhaben, das über den bisherigen Baubestand hinausgeht, darf daher keine Genehmigung erteilt werden. Abholzungsmaßnahmen dieser Größenordnung dürfen nicht auch noch belohnt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hans-Martin Steiger”

Artikel veröffentlicht am: 27. Januar 2012