Miteinander feiern

Feierlich eingeweiht wurde die neue Theke für Rollstuhlfahrer von Servicemitarbeiterin Daniela Baretti, dem Leiter des Kaminwerks, Matthias Ressler, dem Betriebsleiter der Unterallgäuer Werkstätten, Ralf Bernhard, der Behindertenbeauftragten Anna Karrer und Stadträtin Verena Gotzes.

Bereits zum vierten Mal fand im Memminger Kaminwerk die Inklusionsdisco „No Barriers“ statt. Damit die Rollstuhlfahrer einfacher ihre Getränke bestellen können, fertigten die Unterallgäuer Werkstätten dazu eine niedrige Theke, die feierlich eingeweiht wurde.

Dies sei eine Aufwertung, die durch den Aktionskreis Freizeit angeregt wurde, erklärt Kaminwerkschef Matthias Ressler. Jeder der das Kaminwerk kennt weiß, dass unser Tresen schon für stehende Menschen fast zu hoch ist. Am Anfang hätte man sich mit einer Bierbank für die Rollstuhlfahrer beholfen, aber jetzt wollte man einfach eine schönere Lösung und da seien die Unterallgäuer Werkstätten ins Spiel gekommen, Diese haben den Tresen, der sogar farbig beleuchtet ist, gefertigt, so Ressler weiter. Der Betriebsleiter der Unterallgäuer Werkstätten, Ralf Bernhard erzählt, er habe im Vorfeld mit dem Vorrichtungsbau und den Schreinern gesprochen, welche die Idee entwickelten. Das Thema Kosten sei kein Problem gewesen. Man habe das Ganze als Sozialprojekt eingestuft und konnte die Theke, die ja auch einigen Mitarbeitern der Werkstätten zugute komme, in den Werkstätten anfertigen und dem Kaminwerk kostenfrei zur Verfügung stellen können. Stadträtin Verena Gotzes freute sich, dass hierfür kein Antrag gestellt werden musste, sondern einfach nur ein Gespräch zwischen den Beteiligten gereicht habe, diese gute Idee zu verwirklichen. Behinderte Menschen gehören nun im Kaminwerk zu den „ganz normalen Besuchern“, wie es eigentlich immer sein sollte, so Gotzes weiter. Das Kaminwerk sei von Anfang an barrierefrei konzipiert und wir haben auch bei Konzerten oft Rollstuhlfahrer unter den Gästen, ergänzt Matthias Ressler. Die barrierefreie Disco sei ein Party für alle. Jeder kann hier Spaß haben und Ressler hofft für die Zukunft auch auf einen höheren prozentualen Ausgleich. Man wolle erreichen, dass man miteinander feiert und fügt hinzu, dass es heutzutage auch keine schiefen Blicke mehr gebe, wenn Rollstuhlfahrer auf der Tanzfläche tanzen. Die Memminger Behindertenbeauftragte Anna Karrer betonte, dass die Stimmung bei der Inklusionsdisco immer sehr gut sei. Es sei schön, zu beobachten wie ausgelassen hier gefeiert werde und die Tanzfläche sei immer sofort voll. Jeder Mensch sollte eigentlich zu jeder Veranstaltung kommen können, führt Karrer weiter aus. Grundsätzlich sollte die gesamte Gesellschaft so gestaltet sein, dass alles für jeden zugänglich ist und wie in diesem Fall, auch jeder bei Veranstaltungen sein Getränk selbst bestellen kann. Das Schöne sei, dass es sich hier um keine provisorische Lösung handelt. Die Theke sei schön, sehe wertschätzend aus und passe gut ins Konzept. Bereits im Vorfeld der „No Barriers Disco“ habe es einen Workshop mit der Regens Wagner Stiftung gegeben, bei dem man auch neue Plakate, die jetzt bunter und offener seien, gestaltet hat, bei denen die Party mehr im Vordergrund stehe, so Karrer weiter. Für die Memminger sei das auch etwas ganz Neues, ergänzt Verena Gotzes. Es komme vielen Menschen gar nicht in den Sinn, dass ein Rollstuhlfahrer in eine Disco gehen könnte. Aus Veranstaltersicht geht das Konzept auch auf, erläutert Ressler. Es kämen viele Besucher und das Kaminwerk werde die Veranstaltungsreihe die nächsten Jahre fortführen. Ressler überlegt sogar, auch Konzerte in diesem Rahmen durchzuführen.

Menschen mit und ohne Behinderung hatten viel Spaß bei der „No Barriers Disco“ im Kaminwerk.

Vielleicht auch interessant für Sie