Der Herausforderung begegnen

Auf Einladung der Memminger SPD besuchte Generalsekretär Lars Klingbeil die Maustadt und informierte sich über den sozialen Wohnungsbau. Aktueller Grund ist der Wohnungsgipfel im Kanzleramt am Freitag, 21. Oktober.

Zuerst besichtigte der Generalsekretär die MEWO Baustelle am Rübezahlplatz, wo die Baugenossenschaft 37 Wohneinheiten baut und die Neubauten in der Dobelhalde. Anschließend ging es in die Innenstadt in das bereits abgschlossene Neubauareal Rotergasse und in die Krautstraße, wo die Siebendächer Baugenossenschaft bezahlbare und barrierefreie Wohneinheiten baut. Der Memminger SPD-Vorsitzende David Yeow betonte im Pressegespräch, dass die Wohnsituation in Memmingen sehr angespannt ist. Gerade Menschen die nicht ganz so mobil sind, sollten seiner Meinung nach in der Innenstadt leben können. Das habe für ihn mit „Teilhabe“ zu tun. Das größte Problem sei allerdings die Verfügbarkeit von bebaubaren Flächen gerade in der Innenstadt. Eine weitere Schwierigkeit seien die hohen Quadratmeterpreise von beispielsweise 750 Euro im Memminger Zentrum. Es müsse viele Maßnahmen geben, um dieser Herausforderung zu begegnen. Die Wohnsituation sei auch ein wichtiger Faktor beim Problem Fachkräfte zu finden, die zwar Arbeit bekämen, dafür aber keine Wohnung. Helfen würden dabei kostenfreie Kindertagesstätten, diese Maßnahme wäre sozial und würde die Familien entlasten und dieses Geld könne dann in die Wohnkosten einfließen, so Yeow. Dabei dürfe man aber kleine Gemeinden nicht aus den Augen verlieren und diese nachhaltig stärken. Dafür sollten die Ballungszentren aufgebrochen werden, so Yeow. Auch die Elektrifizierung der Bahnstrecke München – Lindau, die ihn sehr freue, sieht Yeow als wichtigen Faktor. Sie bringe zwar große Chancen für die Region, auf der anderen Seite rücke Memmingen damit aber auch näher an München und alles was an dieser Bahnstrecke liegt, werde für die Pendler attraktiver. Yeow erwartet auch von dieser Seite steigenden Wohnbedarf in Memmingen und verwies in diesem Zusammenhang auf Buchloe, wo der Stadtrat schon überlege wie sie ihren kleinstädtischen Charakter beibehalten können. Generalsekretär Lars Klingbeil, der wegen einer Telefonkonferenz mit der SPD Parteiführung zur Causa Maaßen etwas später zur Pressekonferenz stieß, bezeichnete Seehofers Personalentscheidung als Provokation um bewusst Schaden anzurichten. Er habe so langsam die Nase voll von Herrn Seehofer. Auf die Frage unserer Zeitung, ob diese Aktion nicht einen negativen Eindruck für die Koalitionsparteien habe antwortet Klingsbeil, dass sich Seehofer diese Frage gefallen lassen müsse. Ein Innenminister entscheide allerdings selbst, wen er als Staatssekretär einstellt und man wollte die Koalition nicht wegen dieser Personalentscheidung platzen lassen. Beim Thema Wohnbau äußerte der Generalsekretär, dass er die Problematik mit dem fehlenden Bauland in sehr vielen Kommunen erlebe. Weiter müsse man sich fragen, wie der Bund beim Thema sozialer Wohnungsbau helfen könne. Dabei gehe es auch um barrierefreies bauen und die Bundesregierung sei dabei, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Ob das allerdings ausreiche stellte Klingbeil in Frage. Auf die Frage, warum der Anteil der Haus- oder Wohnungsbesitzer im Vergleich zur Anzahl an Mietern so niedrig ist, antwortete Klingbeil: Er habe dass Gefühl, dass die Menschen nicht mehr die dauerhaften Arbeitsplätze haben, wie es bei der Elterngeneration der Fall war. Viele hangeln sich von einer befristeten Beschäftigung zu nächsten, was eine große Unsicherheit nach sich ziehe. Auch sei es dann schwieriger eine Finanzierung zu erhalten.

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