Vorwürfe zur Klinikfusion sind nicht nachvollziehbar

Aufgrund der Aussagen verschiedener Kreisräte des Landkreises Unterallgäu zur Klinikfusion der
Kreiskliniken Unterallgäu mit dem Klinikverbund Kempten-Oberallgäu sieht sich die Memminger SPD
in der Pflicht, einige Richtigstellungen zu veröffentlichen.

Wir wehren uns zunächst gegen den Vorwurf, Memmingen habe nichts für den Standort Ottobeuren übrig gehabt. Tatsache ist, dass Memmingen seit Jahren im Bereich der Gynäkologie, der inneren Medizin und anderer Abteilungen stets mit eigenem medizinischem Personal in Mindelheim und Ottobeuren ausgeholfen hat und noch hilft. Auch der Vorwurf eines mangelnden politischen Willens seitens der Stadt Memmingen ist nicht nachvollziehbar. Die Stadt war immer zu Verhandlungen bereit. Vergessen scheint die vom Landrat aufgestellte Bedingung, dass weitere Verhandlungen nur unter einem Beteiligungsverhältnis von 50:50 fortgeführt werden können. Selbst nachdem sich der Memminger Stadtrat mit Hilfe der Memminger CSU zum Bittsteller degradieren lies und unter den Gegenstimmen der SPD/FDP-Fraktion diesem Beteiligungsverhältnis zustimmte, brach Landrat Weirather die Verhandlungen einfach ab. Jetzt hat der Landkreis nur ein Drittel an Mitbestimmung in seinem Verbund und es ist zu befürchten, dass es in Ottobeuren schon bald kein Akutkrankenhaus mehr geben wird. Ein weiteres Problem bei den Verhandlungen mit Landrat Weirather war, dass dieser die Entwicklung eines medizinischen Konzeptes ablehnte. Mit dem jetzigen Fusionsvertrag ohne medizinisches Konzept kauft Landrat Weirather die sprichwörtliche „Katze im Sack“ und verunsichert damit sowohl Patienten als auch das medizinische Personal in seinen Häusern. Er selbst gibt zu, nicht zu wissen welche Kliniken in Zukunft welche Schwerpunkte bekommen werden. Für ein Gesamtkonzept im Allgäu gilt es auch, lange Wege in die Kliniken zu verhindern. Großer Patiententransfer ist nicht sinnvoll und hilft weder Patienten noch Angehörigen oder Mitarbeitern. Auch widerspricht dies einer nachhaltigen, ökologisch und ökonomisch orientierten Infrastrukturpolitik. Zu diesem Ergebnis kommt auch die jüngste Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zum Krankenhauswesen in Deutschland. Eine übertriebene Schwerpunktbildung in einem so großen geografischen Raum, das Allgäu ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland, wäre kontraproduktiv. Das Klinikum Memmingen ist laut der Bertelsmann-Studie mit seinen hochqualifizierten Hauptabteilungen und den vielen zertifizierten Zentren als eigenständiges Haus in der Trägerschaft der Stadt Memmingen auch ohne Fusion mit irgendeiner anderen Klinik zukunftsfähig. Die SPD lehnt daher jede weitere ausschließlich politisch motivierte Krankenhausfusion kategorisch ab. Die Memminger SPD steht immer hinter unserem hochqualifizierten Klinikum und wird es auch immer stärken und unterstützen. Sie steht hinter seinen hochkompetenten Chefärzten und Medizinern, engagierten Pflegekräften und hinter der erfolgreichen Krankenpflegeschule. Das Wichtigste ist für uns immer das Wohl der Patientinnen und Patienten.

Vielleicht auch interessant für Sie