„Besser für Memmingen“ – SPD nominiert Stadtratskandidaten

Die Nominierungsversammlung der SPD Memmingen im Hotel Weißes Ross war ein Meilenstein in der jüngsten Geschichte der Memminger Sozialdemokraten. 80 Genossinnen, Genossen und interessierte Bürger folgten der Aufstellung der 40 Kandidatinnen und Kandidaten für die Stadtratswahl im kommenden Jahr.

Zu Beginn der Veranstaltung hielt der ehemalige Landtagsabgeordnete Herbert Müller ein flammendes Plädoyer für die Kommunalpolitik, das am Ende mit „standing ovations“ belohnt wurde. Müller freute sich besonders über die starke Motivation der Memminger Genossen. Wer sich so stark im Wahlkampf engagiert, habe die erste Hürde schon genommen, damit es in Memmingen besser wird, so Müller, der kürzlich seinen 75. Geburtstag feierte. Seit zwei Jahren vollziehe man einen Generationswechsel, der nach Müllers Meinung mit „neuen jungen Leuten, die gut vernetzt sind“, geglückt sei. Bei der Liste der Kandidaten zeigte sich Müller erfreut darüber, dass man bis Platz 35 eine 50-prozentige Frauenquote einhalten konnte. Auch würden sich die Kandidaten durch einen guten Berufsmix auszeichnen und einen perfekten Querschnitt durch die Bevölkerung darstellen.

Wer Verantwortung trägt muss Antworten haben

„Die SPD ist notwendig in dieser Stadt und hat mit ihren Oberbürgermeistern von 1966 bis 2016 in außerordentlicher Tradition die Geschicke der Stadt bestimmt“, führt Müller weiter aus. Wer Verantwortung habe müsse auch Antworten haben und diese Antworten habe die Memminger SPD immer gegeben. „Wir können Stolz auf diese 50 Jahre sein und damit können wir auch auf die Straße gehen“, feuert Müller die Stadtratskandidaten an. Das sozialdemokratische Urgestein konnte es sich dann nicht verkneifen, ein paar Worte zum Hochschulstandort Memmingen zu verlieren. Er habe den Medien entnommen, dass Kaufbeuren nun offiziell Hochschulstadt sei und kritisierte in diesem Zusammenhang den bayerischen Ministerpräsidenten. Söder verteile Millionenbeträge für Bildung in ganz Schwaben außer in Memmingen. „Wie kann es sein, dass wir keine Hochschule bekommen?“, fragt Müller und erntet dafür tosenden Beifall. Auf der anderen Seite der Iller gebe es vier mal so viele Hochschulplätze wie hier, führt Müller weiter aus und fügt kämpferisch hinzu, „das dürfen wir uns nicht gefallen lassen“.

Die Alarmglocken klingeln

Auch zur Klinikfusion äußerte sich Müller in seiner Rede und bezog sich auf einen Artikel in dem geäußert wurde, dass man nur noch von einer Basisversorgung bei den Unterallgäuer Kliniken höre und deshalb die Alarmglocken klingeln. „Sehen die Unterallgäuern jetzt langsam, auf was sie sich eingelassen haben und nun wie ein Spielball hin und hergeworfen werden?“, fragt Müller. Insbesondere jetzt, da man weiß welche Konzerne dahinter stecken. Das Klinikum bleibe in den Händen der Stadt, betont Müller und fügt hinzu, die SPD habe es immer abgelehnt, einer Fusion ohne medizinisches Konzept zuzustimmen. Ein Klinikverbund bedeute immer eine Patientenversorgung der langen Wege und habe nichts mit ortsnaher Versorgung zu tun.

Schwerpunktthemen

Im Anschluss ging es um die Schwerpunktthemen der Memminger Genossen. Regina Leenders referierte über Bürgerbeteiligung und sprach sich für Wortprotokolle und Live-Streams bei Stadtratssitzungen aus. Man müsse die Bevölkerung an Entwicklungen teilhaben lassen und dazu gehören auch Dinge wie Bürger-App, die sozialen Medien und ein barrierefreies Bürgerbüro. Bildung ist kein Thema des Alters oder des Geldbeutels, führt Susanne Marx aus. Ein wichtiger Punkt ist für die Fotografenmeisterin, dass im städtischen Haushalt ein Budget festgeschrieben werden soll, aus dem kleinere Mängel an Schulen schnell behoben werden können. Auch Marx ist der Meinung, dass Memmingen eine Hochschule brauche und fügt hinzu, dass sich hierbei der Bereich Medizin anbiete. Das Thema Wohnen ist für Stadtrat Fabian Nieder von großer Bedeutung und er nennt als erste Maßnahme gegen die Wohnungsnot die Nachverdichtung und damit einhergehend den Kampf gegen den Leerstand in der Altstadt. Dazu benötige es aber auch Förderprogramme der Stadt. Bei neuen Bauflächen will Nieder, dass mindestens ein Drittel der Flächen für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Weitere Maßnahmen wären eine schnellere Bauverpflichtung und eine Überarbeitung des Höhenkonzeptes. Dem Vater zweier Töchter und einem Sohn, Ivo Holzinger, liegt das Thema Familie am Herzen. In erster Linie brauche es genügend KiTa-Plätze und Holzinger plädiert in diesem Zusammenhang für eine Platz- und Personalreserve, um Engpässe aufzufangen. Familienfreundlichkeit sei ein wichtiger Standortfaktor und möchte deshalb auch ein Gesamtkonzept für Memminger Spielplätze. Holzinger spricht sich neben dem Kinderparlament auch für ein Jugendparlament aus.

Der vom Ortsvorstand vorgeschlagenen Reihung auf der Liste wurde dann kurz und knapp, ohne Gegenkandidaten und einstimmig zugestimmt.

1. Petra Beer

2. Matthias Reßler

3. Susanne Friederich-Scheuerl

4. Dr. Hans-Martin Steiger

5. Verena Gotzes

6. Rolf Spitz

7. Susanne Marx

8. Ivo Holzinger

9. Regina Leenders

10. Francesco Abate

11. Rita Häring

12. Fabian Nieder

13. Anja Mack

14. Stefan Porkert

15. Barbara von Rom

16. Willi Seitz

17. Hildegard Richter

18. Manfred Lescovs

19. Rebekka Richter

20. Hans-Jörg Steiger

21. Anke Fonferek

22. Axel Pfalzer

23. Erika Winterwerb

24. Stefan Hofer

25. Katja Maucher-Ulbrich

26. Björn Lachmann

27. Tosca Strasser

28. Axel Göser

29. Sina Fuhrmann

30. Georgios Farganis

31. Patricia Isac

32. Elmar Würth

33. Anke Müller

34. Josef Matsukadze

35. Christof Spitz

36. Moritz Friedhofen

37. Tobias Loth

38. Rainer Degen

39. Stefan Nielsen

40. Rolf Kleidermann

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