SPD stimmt für Kombibad-Neubau

Nach einer erhellenden Sitzung letzte Woche und ein bisschen Bedenkzeit stellt sich unsere SPD-Fraktion hinter den Neubau eines Kombibades. Die Pläne zur Sanierung der bestehenden Bäder werden nun eingestellt.

Jeder gute Unternehmer besinnt sich in seinem Geschäftsfeld auf seine Kernkompetenz. Diese ist in Sachen Bad in Memmingen die gute Grundversorgung der Bevölkerung mit der Möglichkeit Schwimmen zu lernen, zu üben und zu trainieren. Ob aus sportlicher Sicht oder nur um gesund zu bleiben – das ist kommunale Aufgabe und sollte auch nicht in private Hände gegeben werden.
Ob eine Sauna zur Grundversorgung gehört, sehen manche anders als wir. Wir meinen Nein.
Wie sich herausgestellt hat, ist eine Sauna kein wichtiger Baustein in der Finanzierung eines Bades, sondern erhöht das jährliche Defizit. In unserem Fall um rund 200.000 Euro. Was müssten wir für eine Sauna bauen, um im Konzert der umliegenden Saunalandschaften mitspielen zu können? Mit Bad Wörishofen, Kempten, Biberach, Bad Wurzach und und und… Dazu kommt natürlich auch die benötigte Gastronomie. Eine einfache Sauna zu bauen und zu glauben, niemand fährt mehr ins Cambomare, Jordanbad oder Vitalium ist einfach nur naiv. Besucher von außen in eine Sauna nach Memmingen zu locken, da müssten wir klotzen nicht kleckern. Das Argument eine Sauna diene der Gesundheitsvorsorge ist richtig. Saunieren ist gesund. Es ist aber auch klar, wo die dicken Pflöcke in der Gesundheitsvorsorge in Memmingen liegen. Die müssen wir über kurz oder lang am Klinikum einschlagen. Dort spielt die Musik, wenn es um Gesundheit geht. Dort müssen wir in die Zukunft investieren. Dort kommen die großen Kosten auf uns zu, wenn wir uns bald entscheiden ob wir das Klinikum sanieren oder neu bauen. Und dort ist das Geld besser in Gesundheit investiert als in eine Sauna im neuen Bad. Über die Möglichkeit ein Bewegungsbad im vorgeschlagenen Kursbecken unterzubringen da freuen wir uns, auch weil das ohne Mehrkosten geht.
Was eine Rutsche angeht sind wir nicht der Meinung, dass es diese unbedingt braucht. Das neue Konzept sieht eine Breitrutsche vor, die man sehr attraktiv gestalten kann. Dazu sind Attraktionen wie ein Strömungskanal oder ein Wasserpilz geplant. Im Augenblick haben wir, was das Freibad angeht ein Pfund um das uns andere beneiden – eine großartige Liegewiese und einen schönen Baumbestand. Dies ergänzt mit Beachvolleyball, Tischtennis, Spielgeräten für Kinder, sinnvolle, kleine, aber feine Attraktivitäten reichen in unseren Augen aus.
In Sachen Bahnenanzahl freuen wir uns auf die Gespräche mit den Sportvereinen. Diese waren in der Vergangenheit gut und werden sich auch erfolgreich sein. Unser Ziel ist es die von Altenburg aufgezeichneten Investitionskosten von 25 bis 30 Millionen Euro nicht zu überschreiten.
Wir sollten angesichts der kommenden Jahre beim Neubau im Rahmen bleiben und die Wunschliste auf das Notwendigste beschränken oder im besten Fall ganz darauf verzichten. In den kommenden Jahren geht es beim Klinikum um die Frage Neubau oder Sanierung, wir müssen und wollen das Stadtbuskonzept umsetzen. Die Forderung 100 Euro Ticket macht das ganze nicht billiger. Das Vermarktungskonzept wird uns Geld kosten. Weitere Schulsanierungen stehen an. Bei einer der letzten Klausuren war es uns ganz wichtig mittel- und langfristig weniger Autos in der Innenstadt zu haben. Dafür werden wir unter Umständen noch ein Parkhaus bauen müssen. Im Osten der Stadt wollen wir mehr investieren. Und wir wollen bei den anstehenden Vorhaben aber auch immer finanziell schlagkräftig und auf Überraschungen vorbereitet bleiben. Das können wir nur bei guter Finanzlage und einer moderaten Verschuldung.

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