Demokratie braucht Beteiligung

Jahreshauptversammlung der Memminger SPD in der Stadthalle

Memmingen – Mit einer engagierten Rede empfahl sich die Memminger Kandidatin für den Bundestag, Regina Leenders, den Genossinnen und Genossen bei der Jahreshauptversammlung der Memminger SPD in der Stadthalle.

Sie komme aus einem kleinbürgerlichen CDU-geprägten Haushalt und sei erst in der Kunsthochschule richtig politisiert worden, erzählt die Schauspielerin des LTS den etwa 50 Genossinnen und Genossen. Die wichtigsten Gründe in die SPD einzutreten, seien der Aufstieg der AfD und die Wahl Donald Trumps gewesen, so die 29-jährige, die auch in der Schauspieler-Gewerkschaft GDBA aktiv ist. Leenders konnte sich nach eigenen Worten nie vorstellen, Berufspolitikerin zu werden. Sie liebe ihren Schauspielberuf sehr, aber sie „hat das Gefühl in Zeiten zu leben, in denen die Demokratie den Glauben und die Beteiligung ihrer Bürger braucht und man dazu aufgefordert ist, Verantwortung zu übernehmen“. Leenders beklagt in ihrer Rede das Scheitern der Europäischen Union in der Flüchtlingspolitik und die ideologisch verhärteten Fronten, die jeden Dialog in der Klimapolitik erschweren. Man brauche aber klare ökologische Antworten auf den Klimawandel und diese müssen auch immer sozial sein. Ein großes gesellschaftliches Problem sieht die Schauspielerin, die auch Vorsitzende der Jusos Memmingen-Unterallgäu ist, in der immer größer werdenden Schere zwischen arm und reich. Zweifelsohne müsse man den Mittelstand entlasten, aber nicht auf Kosten der Armen, so Leenders weiter. In diesem Zusammenhang sei auch der mangelnde Sinn für Solidarität in weiten Teilen der Gesellschaft zu sehen. Die Sozialdemokratie mit den Gewerkschaften sieht sie als „Anwalt für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen“. Leiharbeit, Werkverträge und sachgrundlose Befristung müssen nach ihren Worten ein Ende haben, um der SPD mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Im nächsten Schritt auf dem Weg zum Bundestag muss sich Regina Leenders bei der Bundeswahlkreiskonferenz im November gegen die Marktoberdorferin Regina Renner durchsetzen.

Zahlreiche Ehrungen

Nach den Berichten der SPD-Arbeitsgruppen freute sich die Vorsitzende Susanne Friederich-Scheuerl neun neuen Mitgliedern das Parteibuch übergeben zu dürfen. Weiter gab es zahlreiche Ehrungen für langjährige Parteimitglieder. Für zehnjährige Parteizugehörigkeit wurden Francesco Abate und Gisela Ligotky geehrt. 25 Jahre in der SPD sind Maria Thill, Ursula Betke, Iris Rapp, Manuk Avut und Sylvie Schraut. Seit 40 Jahren Mitglied ist der langjährige Stadtrat Edmund Güttler. Auf 50 Jahre SPD-Mitgliedschaft bringen es Kurt Proksch, Peter Merrath, Gerlinde Koemstedt und Rolf-Rainer Pöppel. 55-jähriges Parteijubiläum hatten Heinz Melzer und Werner Schmidt. Mit 60 Jahren die längste Parteimitgliedschaft verzeichnen Erich Schittenhelm und Anton Vogt.

Aufgrund der Coronamassnahmen konnte MdB Karl – Heinz Brunner nicht wie geplant persönlich erscheinen, wurde aber live per Videos zugeschaltet.

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