Freizeit Kultur Sport

Freizeit Kultur Sport

Freizeit-, Kultur- und Sportangebote sind eine Säule der Stadt Memmingen. Auch im Werben um Ansiedlung und im Wettbewerb um Fachkräfte sind sie wichtige Standortfaktoren. Wir wollen diese Strukturen verbessern und verstärkt fördern. Dazu sind diese Angebote auch Orte der Begegnung der unterschiedlichsten Menschen. Wir wollen mehr von dieser Begegnung, mehr Förderung von Geist und Gesundheit.

Die SPD/FDP-Fraktion unterstützt den Bau eines Kombibades. Eine Sanierung der bestehenden Bäder bleibt hinter den Anforderungen an eine moderne Bäderlandschaft weit zurück. Außerdem wären die Sanierungskosten für das erzielte Ergebnis zu hoch. Sowohl bei Sanierung als auch bei Neubau werden die Eintrittspreise steigen müssen. Wir plädieren für sozial angepasste Preise, Vergünstigungen für Familien mit Kindern und beim Kombibad einen Sommereingang, der nur die Nutzung des Außenbereichs mit günstigen Preisen ermöglicht. Der Standort des Bades muss im Memminger Osten bleiben. Für Familien und Kinder muss ausreichend Fläche angeboten werden.

Memmingen verfügt über zahlreiche Museen und Veranstaltungsorte. Vor allem Stadthalle, Antoniersaal, Kolbehaus, Kaminwerk, Eissporthalle, Stadionhalle, Neue Welt und viele mehr arbeiten neben einander und sind unterschiedlich vernetzt. Wir fordern für die Veranstaltungsorte ein abgestimmtes Hallenmanagement. In vielen Städten hat sich die Gründung einer Management GmbH mit Mehrheitsanteilen der Kommune bewährt. Ziel ist ein professioneller Betrieb aller Veranstaltungsstätten mit einem attraktiven und auslastungsintensivierten Programm ohne zusätzliche Haushaltsmittel. Einsparpotientiale durch gemeinsames Marketing, gemeinsame Nutzung technischer und personeller Ressourcen und gemeinsames Künstlermanagement könnten so erschlossen werden.

Das ehemalige Gelände der Landesgartenschau erfüllt zwei Funktionen. Zum einen dient es der Erholung der Bevölkerung zum anderen aber auch als Treff- und Veranstaltungspunkt. Die erfolgreiche Wakeboardanlage „Wakecity Memmingen“, die Skateranlage, der Kinderspielplatz und die Biergartengastronomie erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir wollen das Gelände noch attraktiver machen. Die Skateanlage muss im Dialog mit den Nutzern modernisiert werden, ein zusätzliches Sportangebot in Form von Klettermöglichkeiten wie zum Beispiel ein Kletterpark könnte angeboten werden.

Eine wichtige Forderung des Tourismuskonzeptes ist die Verbesserung der musealen Landschaft in Memmingen. Am dringendsten ist die Neugestaltung des Stadtmuseums. Das Stadtmuseum entspricht nicht mehr den Anforderungen eines modernen Museums. Wir wollen das Museum zum ersten Anlaufpunkt für Besucher machen, die sich über die Vergangenheit und die Entwicklung Memmingens informieren wollen. Das Stadtmuseum braucht deshalb eine grundlegende Neuausrichtung und Investitionen sowohl baulicher als auch personeller Art.

Die Zwölf Artikel gehören zu den Forderungen, die die Bauern im deutschen Bauernkrieg 1525 in Memmingen gegenüber dem Schwäbischen Bund erhoben. Sie gelten als die erste Niederschrift von Menschen- und Freiheitsrechten in Europa, und die zu den Zwölf Artikeln führenden Versammlungen gelten als erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden. Mit der Verleihung des Freiheitspreises wird dies bereits gewürdigt. In der touristischen und musealen Verwertung wird dies allerdings zu wenig berücksichtigt. Wir fordern einen Ort, der über die Bauernartikel und die Freiheitsbestrebungen ausführlich informiert. Ziel der Bemühungen muss der Erwerb der Kramerzunft als Ort des Geschehens sein. Wir unterstützen dabei den Antrag des Kuratoriums Memminger Freiheitspreis 1525 zum Kauf der Kramerzunft. Das Kuratorium hat auch gefordert die Tafeln an der Autobahn mit dem Zusatz zu versehen „Memmingen Stadt der 12 Bauernartikel – erste Niederschrift von Freiheits- und Menschenrechten“. Dieser Forderung schließen wir uns an.
2025 jährt sich übrigens die Niederschrift zum 500. Mal. Die Planungen des Kuratoriums wollen wir fördern und unterstützen.

Die Stadt Memmingen übernimmt als Nutzer den Saal im Maximilian-Kolbe-Haus. Wir können uns den Saal als Ort der Vereine vorstellen. Von der Jahreshauptversammlung bis zum Vereinsfest sollte der Saal den vielen Memminger Vereinen kostengünstig zur Verfügung stehen. An freien Tagen kann der Saal dann auch als Veranstaltungsort für zahlreiche Künstler dienen. Optimal wäre es den Saal in das von uns geforderte Hallenmanagement einzubinden. Bis dahin soll die Stadt den Saal selbst betreiben. Wir können uns aber auch ein Engagement eines veranstaltungserfahrenen Betreibers vorstellen.

Die Eissporthalle muss ertüchtigt werden. Großen Bedarf gibt es im Bereich der Umkleiden. Gerade in den eishockeyfreien Monaten könnte die Halle für sportliche Veranstaltungen genutzt werden. Dazu bedarf es eines mobilen Hallenbodens.

Die Stadt plant den Abriss der Reichshainturnhalle. Wir können uns einen einstöckigen Neubau vorstellen, der neben der Schule auch den Vereinen zur Verfügung steht. Aufgrund der Nähe zum Reichshain und dessen Erholungs- und Veranstaltungscharakter sollte man dabei auch auf die nötige Infrastruktur wie öffentliche Toiletten oder Duschen und Ruheräume für die Reiterspiele bei den Wallensteinfestspielen achten.

Grundsätzlich gilt es die zahlreichen Kulturtreibenden der Stadt wie LTS, Kaminwerk, PiK, Marionettentheater, Memminger Meisterkonzerte und viele mehr zu unterstützen. Dazu bedarf es auch einer Stärkung des Memminger Kulturamts. Das Kulturamt muss neben der Memminger Meile auch während des Jahres mehr als Veranstalter auftreten. Bei der jetzigen Ausstattung ist dies allerdings nicht möglich. Deshalb muss das Kulturamt bei Budget und Personal bessergestellt werden. Alle Bemühungen die Memminger Meile als Kulturfestival bekannter zu machen und dessen Besucherreichweite zu erhöhen unterstützen wir. Memmingen hat ein überregionales Kulturfestival mit Besuchern, die von weit herkommen verdient. Kultur muss auch als touristisches Element verstanden werden, das Menschen von weit her nach Memmingen holt und sowohl Hotellerie, Gastronomie als auch Handel zugutekommt.

Die freie Memminger Kulturszene ist vielfältig und hat Potential. Doch gerade die Vielfalt, die wir sehr begrüßen und die auch notwendig ist verlangt nach einer besseren Vernetzung. Da die meisten Vereine ehrenamtlich wirken ist eine professionelle Netzwerkarbeit nicht leistbar.
Für viele Aktionen könnte es auch Fördermittel oder Sponsorengelder geben, doch die Akteure wissen oft weder, dass es diese gibt, noch wie man zu diesen gelangt. Auch bei vielen Aktivitäten der Stadt wäre eine Überprüfung auf Fördermöglichkeiten sinnvoll.
Wenn es um die Organisation von Veranstaltungen oder Ausstellungen geht fehlt es oft an Knowhow. Gerade junge Menschen, die zum ersten Mal eine Veranstaltung planen sind schnell überfordert. Es kann dabei um die Wahl des Veranstaltungsorts, der Gestaltung oder vielleicht sogar der richtigen Partner für das Vorhaben gehen. Wenn es um Genehmigungen von Veranstaltungen, Veranstaltungsorten geht, wären viele froh um eine helfende Hand. Bei einer Ausstellung sei es zur Vereinshistorie oder Themenausstellungen, bedarf es häufig auch einer Professionalisierung. Mit der richtigen Vernetzung untereinander und einer professionellen Koordination könnten die Vereine nicht nur sichtbarer im kulturellen Gedächtnis, sondern auch eine Bereicherung für das Stadtleben sein.
Die kulturelle Schnittstelle, die dies leisten könnte, wäre ein Kulturlotse. Eine Verbindungsperson zwischen den Institutionen, Vereinen, freischaffenden Kulturellen und dem Kultur- und auch Ordnungsamt. Eine Person die sowohl Stadt Memmingen als auch die Szene kennt. Und die diese vernetzt und ihre Zusammenarbeit koordiniert.
Für den Kulturlotsen müsste eine Stelle im Kulturamt geschaffen werden. Bei richtiger Ausrichtung könnten die Personalmittel über die Akquise von Fördermitteln zum Teil wieder refinanziert werden. Von Vereinen und Veranstaltern könnte, bei erfolgreichen Förderanträgen, eine Bearbeitungsgebühr zu einem Prozentsatz der Fördermittel erhoben werden.