Am Ende des Jahrzehnts soll das neue Klinikum seinen Betrieb aufnehmen. Was passiert dann mit den Gebäuden an der Bismarckstraße? Was plant die Stadt? Welche Möglichkeiten bietet moderne Stadtplanung? Und vor allem: Wie werden die Bürgerinnen und Bürger Memmingens beteiligt?
Zu diesen Themen informierten und diskutierten wir im PUCK (Eissporthalle).
Auch wenn das Klinikum erst in ein paar Jahren an seinen neuen Standort umzieht, beschäftigt die Nachnutzung des Areals an der Bismarckstraße bereits heute viele Memmingerinnen und Memminger. Dies unterstrich unsere Veranstaltung am 04.11.25 im beinahe vollbesetzten "PUCK" in der Eissporthalle.
Nach der Begrüßung durch Matthias Ressler (SPD-Stadtratsfraktion), referierte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher über den aktuellen Stand der Planungen für das 44.000 m² große Areal westlich der Memminger Altstadt und unterstrich das "unglaubliche Potenzial" des Geländes. Wichtig ist laut dem OB "eine Lösung zu finden, die am Ende eine Bereicherung für den Memminger Westen" darstellt. Er hält eine Nachnutzung ab 2030 für realistisch.
Anschließend wurde der informative Teil des Abends durch zwei Expertenbeiträge ergänzt:
Mathis Wassermann (Sachgebietsleiter für Stadt- und Bauleitplanung) sprach von einer "städtebaulichen Bestlage" und betrachtete bei seinem Vortrag auch das Umfeld des Areals. Der Gebäudekomplex fügt sich aktuell homogen in das Straßenbild ein, sollte eine Neubebauung des Grundstücks erfolgen, muss dabei auch "wieder in die Höhe gedacht werden". Wohnen wird bei der Nachnutzung eine zentrale Rolle spielen, hierbei ist es wichtig verschiedene Bedarfsgruppen und Wohnkonzepte zu berücksichtigen. Ebenso sind Dienstleistungen, Gastronomie und ein Ärztehaus laut Wassermann denkbar. Der Patientengarten könnte weiter aufgewertet und als öffentliche Grünfläche dem gesamten Quartier zugute kommen. Zudem sprach sie Wassermann für einen Erhalt des Parkhauses an der Bismarckstraße aus, um die innere Erschließung des Grundstücks weiterhin autofrei zu gestalten. Dies würde die Wohnqualität deutlich erhöhen.
Quartiersentwickler Manfred Neun, der sich intensiv mit dem Thema Konversion befasst, machte sich für einen Erhalt der Bestandsgebäude stark. Er betonte, dass der Gebäudekomplex einen höheren Wert besitzt, als ein möglicher, einmaliger Verkaufserlös. Eine nachhaltige Nachnutzung und Wertschöpfung der Bestandsbebauung sei „sehr gut möglich“. Auch aus ökologischer Sicht wäre ein Gebäudeerhalt laut Neun effizienter und umweltschonender, als ein Abriss und Neubau. Zudem sprach er sich für Memmingen als Hochschulstandort aus, dies könnte auf einem Teil der Fläche realisiert werden.
Einig waren sich alle Redner, dass die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in die Planung involviert werden müssen. Hierfür gibt es von Seiten der Stadt Memmingen bereits Pläne zur Einberufung einer Lenkungsgruppe, die u.a. aus zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürgern bestehen soll.
Wir bedanken uns über den Austausch, Ihre Ideen und Meinungen! Für Dich. Für Memmingen.
Matthias Ressler (SPD-Listenplatz 1)
Mathis Wassermann (SPD-Listenplatz 9)
Manfred Neuen (SPD-Listenplatz 11)